Zwischen hier und dort, heute und morgen – 26: Sommergewitter
Wolken formen sich zu bergen. Sie wechseln die Farbe. Wo vorher weiß sich zeigte, treibt jetzt dunkles Anthrazitgrau am Himmel. Das Licht wird fahl. Der Horizont verschwimmt, verschwindet.
Ich höre es grollen. Dunkel, dumpf rollt es auf mich zu. Die Vögel schweigen. Stille fällt.
Ein gelber Blitz durchtrennt das Grau. Der Donner kracht. Ein ums andere Mal. Dann öffnet der Himmel seine Schleusen. Regen prasselt gegen die Scheiben. Tropfen rinnen über Hauswände. Aus der Dachrinne schießt das Wasser. Blitz und Donner wechseln sich ab.
Ich schließe die Balkontür. Sperre das Gewitter aus. Will, dass es vorbei geht. Ich hoffe, es zieht ohne größere Zerstörungen ab.
Meine Furcht bleibt, solange Blitz und Donner toben. Nur langsam klingt sie danach ab. Ich warte auf das Hell, das hoffentlich bald den Himmel überzieht.
Magst du Sommergewitter?
Foto: © Erwin Grundler


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