Gedanken zu den sogenannten „Reformen“ der Regierung
Ich habe oft Diskussionen in der letzten Zeit – und zwar wegen der Änderungen im Gesundheitsgesetz, die angeblich alle Beteiligten in gleichem Maß treffen sollen (außer, man ist privatversichert – und bei allen anderen Beteiligten bin ich mir nicht so sicher).
Häufig wird mir vorgeworfen, ich würde das zu eng sehen oder – gern auch – ich würde übertreiben. Hin und wieder höre ich auch: <Hab nicht so viel Angst> oder <das, was du sagst, ist so schräg, das können die doch gar nicht machen>. DOCH, kann ich da nur sagen.
Gestern habe ich von einem Mann erfahren, der einen Termin beim Urologen wollte – zur Krebsvorsorge. Obwohl er dort Patient ist, bekam er keinen Termin (mit dem Begleitsatz „Das ist der Gesundheitsreform 2027 geschuldet.)
Was ist passiert: Die Praxis nimmt alle Patientinnen und Patienten, die länger als drei Jahre nicht da waren, aus dem System – und neue Patienten werden nicht aufgenommen, da die Budgets – gerade im Krebsvorsorgebereich – gedeckelt werden. Als der Mann nachfragte, was er dann machen soll, hieß es <probieren Sie, ob Sie irgendwo jemanden finden, der Sie nimmt>.
Das Gesundheitsministerium ruft weiterhin zur Krebsvorsorge auf, macht aber – im Bereich Vorsorge für Frauen – folgendes: Das Alter wird um 5 Jahre heruntergesetzt, d.h. es kommen mehr Frauen in Frage, die zur Vorsorge können. Das Budget aber wird gedeckelt – mehr potenzielle Patientinnen, weniger Geld.
Für „Otto-Normalbürger“ macht das keinen Sinn, für unsere Regierungspolitiker/-politikerinnen aber schon.
In der Praxis wird das heißen: Eine bislang unbekannte Anzahl von Frauen wird ab Januar 2027 keine Vorsorgetermine mehr bekommen, selbst wenn sie langjährige und regelmäßige Patientinnen in einer Praxis sind. Denn wenn das Budget ausgeschöpft ist, ist Schluss.
Dasselbe gilt
- für die Schwangerschafts-Vorsorge. Auch da gibt es Beschränkungen. Die Vermutung, dass sowohl die Mütter- als auch die Säuglingssterblichkeit deswegen steigen könnte, ist nicht übertrieben oder weit hergeholt.
- U-Untersuchungen bei Kindern. Das könnte dazu führen, dass Krankheiten oder Entwicklungsverzögerungen zu spät oder gar nicht erkannt werden.
Dass Ärztinnen und Ärzte dagegen Sturm laufen, dürfte niemandem verborgen geblieben sein. Dass die Antwort darauf häufig heißt „die haben nur Angst um ihren Verdienst“ ist Realität.
Du kannst dir selbst eine Meinung bilden. Informiere dich, am besten bei unterschiedlichen Quellen. Und dann darfst du meine Frage für dich beantworten: Ist das Politik zum Wohl des Volks?
Foto: © Judith Manok-Grundler


Ich wollte mir für nächstes Jahr den nächsten Kontrolltermin beim Kardiologen holen. Antwort: Dank der Gesundheitsreform 2027 dürfen wir derzeit keine Folgetermine für nächstes Jahr ausgeben. Da kannst dich nur an den Kopf fassen.