KW 25: Notate und Kommentierungen
Ich habe kürzlich wieder begonnen, Notate und Kommentierungen zu schreiben. An manchen Tagen schreibe ich mehrere davon, dann wieder kann es sein, dass zwei, drei Tage vergehen, ohne dass ich diese kurzen Schreibübungen zu Papier bringe. Heute früh hat mich die Schreiblust gepackt und ich habe wieder begonnen zu schreiben. Folgendes floss aufs Papier:
Die Spülmaschine röhrt. Rechts von mir liegt ein Stapel alter Zeitungen. (Das gibt viele Überschriften für Schnipselpoesieangebote bei Schreibwerkstätten). Eine angebrochene Packung Shortbread aus Irland, ein Buchszweig, der von einer Geschenkverpackung stammt, mein E-Book, eine halbe Packung Tempos und zwei Telefone schaffen ein Stillleben des Alltags. Die Abtropffläche der Spüle ist leer und durchs Fenster sehe ich blauen Himmel. (10:25 Uhr)
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Heute ist der letzte Abend des Jahreskurses „Frau sein heute.“ Erst gestern Abend, beim obligatorischen Sonntags Blick in den Kalender für die kommende Woche, wurde mir das bewusst. Noch ist der Abend nicht vorbereitet und eine Ahnung, was ich machen will, habe ich auch noch nicht. Dafür reichlich Zuversicht.
Der Schreibtisch ruft in einer Lautstärke, die auch ein Stockwerk tiefer, nicht zu überhören ist. Ich rufe zurück „Ich komme gleich.“ Dann stehe ich auf und gehe. (10:45 Uhr)
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Ich sitze am Schreibtisch. Denkpause. Ein kurzer Moment zwischen zwei bereits erledigten und der nächsten Aufgabe.
Ich drehe den Kopf. Sehe zum Fenster hinaus. Bergschemen am anderen Ufer. Ein Schleier über dem Himmelsblau. Flecken auf dem See.
Eine Fähre. Zwei kleine Motorboote. Ein Segelboot. Alle unterwegs. Die einen von hier nach dort, die anderen ziellos – der Freude wegen.
Und ich? Meine Gedanken tun beides zeitgleich – und ich bin gespannt, wohin sie mich führen. (11.45 Uhr)
Schreibe in ähnlicher Weise eine Kommentierung zu dem, was gerade ist. Dabei geht es um deine Wahrnehmung und um das, was die Wahrnehmung in dir auslöst. Eine Bewertung gehört nicht dazu, was nicht einfach ist, weil wir so vieles bewerten und das meist unbemerkt.
Viel Spaß beim schreiben und einen guten Start in die neue Woche.
Foto: © Judith Manok-Grundler


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