OSTERN – Wort zum Sonntag

Heute feiere ich Ostern. Die Auferstehung Jesu. Das Licht und das Leben. Noch ist der Tod präsent. Raunt. Fragt. Sticht.

Beides gehört zusammen. Keines ist ohne das andere vorstellbar, der Tod gehört zum Leben. Und doch: Es raunt. Es fragt. Es sticht.

Ich höre hin. Ich spüre hin. Entdecke unter dem Raunen und dem Stechen die Frage: Gehören Macht, Willkür und Gewalt zum Leben? Gehören sie wirklich dazu? Als eine Seite der Medaille?

Ich will glauben, es sei anders. Sehe mich um und entdecke: Ich irre! Heute wie damals: Macht. Willkür. Gewalt. Ich will die Augen schließen. Will wegschauen. Will es nicht sehen.

Da fällt mein Blick auf eine Tulpenblüte, die im Licht leuchtet. Sie hat sich gerade erst geöffnet. Hat im Dunkel geruht, bis es Zeit war, aufzubrechen, die Erde zu durchstoßen und im Licht zu wachsen.

Auferstehung ist Leben. Auferstehung ist Licht. Leben ist Licht und braucht Licht.

Was wäre, wenn alle Menschen das Licht in sich entdecken würden? Vielleicht heißt auch das Auferstehung: Sich lossagen vom „schon immer so“ und sich dem Licht zuwenden. Dem eigenen und dem im Gegenüber.

 

 

 

Ein gesegnetes Osterfest wünsche ich dir.

Foto: © Erwin Grundler

 

 

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