Schreiben im Café: Was wäre, wenn…
Gestern war Schreiben im Café und wir haben wieder einmal zum Thema „Was wäre, wenn…“ geschrieben. Die Schreibanregung zum Ankommen lautete: „Was wäre ich, wenn ich die Hauptfigur eines Romanes wäre?“ Hier kommt mein Text.
„Wenn ich die Hauptfigur eines Romans wäre, wäre ich …“
Wenn ich die Hauptfigur eines Romans wäre, wäre ich eine Fee. Ich schwebte durch den Tag. Wäre mit Bienen und Schmetterlingen auf du und du und würde mit Marienkäfern Runden fliegen. Ich spiegelte mich in Seifenblasen und schenkte den Menschen Wörter, die silbrig glänzen. Ich ließe mich auf Löwenzahnblüten nieder oder zwischen bunten Astern und wenn die Rosen blühen, setzte ich mich auf eine große Blüte und ließe mich vom Wind wiegen. An Sommertagen tanzte ich mit Mohnblüten im warmen Wind und mit den Schirmchen der Pusteblumen flöge ich in die Welt.
An manchen Tagen hätte ich Lust auf Schabernack – dann schwebten Gläser und Stifte und Papierbogen in der Luft – und ich hätte Freude daran, wenn sich die Menschen darüber wunderten.
Ich wäre unsichtbar – jedenfalls für die meisten Menschen. Kleine Kinder in ihrer magischen Phase könnten mich sehen und sie freuten sich über meine roten Haare, meine Sommersprossen, meine grünen Augen und das tannengrüne Kleid, das mit goldenen Sternen bestickt ist. Und große Kinder könnten mich sehen. Die Erwachsenen, denen Fantasie mindestens so wichtig ist wie Vernunft. Solche, die daran glaubten, dass es mehr auf der Welt gibt als Menschen sehen können.
Am Allerliebsten aber wäre mir meine Rolle als Wunscherfüllerin. Aber nicht, dass ihr glaubt, ich würde den Zauberstab schwenken und „zack“ Wunsch erfüllt! Nein, nein. Ich würde den Menschen, die einen großen Wunsch haben, die Sehnsucht ins Herz pflanzen…
Und was wärest du? Schreibe es auf.
Foto: © Erwin Grundler


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