Sonntag, 05. April 2020

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Die Idee des „Corona-Tagebuchs“ stammt von hier corona-blog.at 

 

10.40 Uhr

Jetzt wäre die Palmprozession vorbei. Und obwohl ich schon seit vielen Jahren nicht mehr dabei war, finde ich es schade, dass sie ausfällt. Früher, als die Kinder klein waren, waren wir regelmäßig dabei. Und wir haben – als wir beide noch ehrenamtlich in der Familienarbeit der Kirchengemeinde tätig waren, Palmbasteln angeboten. In guten Zeiten waren bis zu 80 Kinder da, denen wir gezeigt haben, wie das Palmenbasteln bei uns geht. Und denen wir geholfen haben.
Was war das für eine Freude, diese Kinder, mit den Palmen in der Hand, am nächsten Tag zu sehen. Freude und Stolz lagen in der Luft.

16.45

Vom Spaziergang zurück. Über Pilgerwege und Wanderungen unterhalten. Erfahrungen ausgetauscht. Geredet, wie es weitergehen könnte. Von einem Thema zum anderen gehüpft – ruhig. Es war gut. Überraschend auch.
Seit langem war ich wieder einmal an der Gedenkstätte des Flugzeugabsturzes im Jahr 2002. Sofort waren die Bilder da. Die Geräusche auch. Ebenso die Lähmung, die sich in den Tagen danach über mich legte.
Gott sei Dank: Es war nur ein kurzer Moment, dann war alles verschwunden. Ein Glück, denn es zeigt, dass ich das Trauma gut bearbeitet habe.
Das gibt mir Hoffnung. Für mich und meine Familie. Für meine Mitmenschen ebenfalls.

23.55 Uhr

Vernarrt bin ich. Vernarrt in diesen Frühling. Der Himmel ist so klar blau, wie schon lange nicht mehr. Buschwindröschen und Veilchen säumen ein Stück des Wegs. Das Grün um mich wird sichtbar grüner. Die ersten Löwenzahnwiesen habe ich entdeckt. Wisst ihr, was ich meine? Nicht vereinzelte Blüten – nein, Wiesen, in denen es überall gelb blüht. Das ist für mich – immer schon gewesen – das Frühlingsbild schlechthin und es kündigt meiner inneren Uhr Ostern an.
Jetzt ist es Zeit, Gänseblümchenketten zu basteln. Früher haben wir mit den Kindern draußen ein Nest gebaut. Ein Osternest. Löwenzahnblätter für den Osterhasen durften dabei nicht fehlen.

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