Aufbruch

Immer wieder im Leben ist ein Aufbruch notwendig. Manchmal kommt er passend, ein anderes Mal läuft gerade alles so wunderbar, dass der Aufbruch unnötig erscheint zum jetzigen Zeitpunkt. Allein: Wenn er sich ankündigt, dann lässt er sich nicht mehr aufhalten.

Es gab viele Aufbrüche in meinem bisherigen Leben. Nicht alle haben sich – aus der Rückschau gesehen – als positiv heraus gestellt. Was aber sagt das schon aus? Ich weiß ja nicht, wie es geworden wäre, wäre ich stehen geblieben. Insofern ist ein Vergleich nicht möglich. Er verbietet sich geradezu.

Es gibt Aufbrüche, die waren goldrichtig – aus der Rückschau heraus. Und, das ist das Beste, es gibt sogar welche, da habe ich mit der Aufbruchsstimmung auch gespürt, dass jetzt der rechte Zeitpunkt da ist. Dass ich jetzt aufbrechen will. Auch ohne zu wissen, wo der Aufbruch mich hinführt. Wo der Weg endet. Wo das Ziel liegt.

Gerade stehe ich wieder vor einem Aufbruch. Ich spüre: Es ist an der Zeit. Ich will und kann und darf diesen Aufbruch leben. Lange genug hat die Idee vom Buch veröffentlichen in mir rumort. Hat mich die Angst im Griff gehabt mit der Frage, ob ich dafür gut genug bin. Und dann war da von jetzt auf gleich ganz deutlich die Stimme in mir, die sagte: „Mach es. Hab Vertrauen in dich!“

Nun ist der erste Schritt getan. Es gibt kein Zurück mehr. Das ist auch gut so. Was aus dem Buchprojekt werden wird? Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht. Ich kann es auch nicht wissen. Aber ich weiß, es darf kommen. Es darf sich entwickeln. Wenn es wird – wunderbar und wenn nicht, dann nicht. Ich bleibe die, die ich bin. Brauche nichts zu beweisen. Auch mir nicht.

Heute Abend habe ich eines meiner alten Schreibbücher aus dem Jahr 2013 aus dem Regal geholt, um darin zu blättern. Aufgeschlagen habe ich passenderweise die Seite mit dem Gedicht „Aufbruchsstimmung“. Wenn das keine Unterstützung ist. Hier kommt es:

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Aufbrechen


Aufbruchsstimmung
hat sich
heimlich angeschlichen

wie
ein Dieb in der Nacht.
Still
breitet sie sich aus
prickelt
kitzelt
steigt nach oben
sucht
sich einen Weg hinaus!
Treibt an
treibt um
lässt mich
den ersten Schritt tun.
Endlich.
Es geht los.
Aufbruch.


© Judith Manok-Grundler, 22.03.2013


Wie geht es Dir mit den Aufbrüchen Deines Lebens?
Was hilft Dir dabei, aufzubrechen?


Foto: Erwin Grundler, Überlingen - Aufkirch
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