Das Wort zum Sonntag: Zuversicht und Vertrauen

„Das habe ich noch nie vorher versucht. Also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe!“*
Pippi Langstrumpf

 

„Welch eine Ermutigung“. Ich habe dieses Zitat gelesen und bin direkt daran hängengeblieben. Und dann habe ich mich gefragt, was Kinder, und Menschen überhaupt, brauchen, um diesen Glauben, dieses Selbstvertrauen zu haben.

Ich glaube, dass Menschen dafür Begeisterung brauchen und Neugier und Freude am Entdecken und ausprobieren. Kurz: All das, was ein Kind mitbringt, wenn es zur Welt kommt – als Grundausstattung des Menschseins, sozusagen. Als etwas, das Menschen brauchen, um die Welt zu verstehen, die Dinge durchdenken zu können, sich selbst und andere Menschen verstehen zu lernen.
Außerdem braucht jedes Kind Menschen, die es sehen – wirklich sehen. Die es wahrnehmen und entdecken, wie es ist. Die es ernst nehmen. Die es stärken. Die Vertrauen ins Kind haben. Die ihm Halt und Geborgenheit und Sicherheit und Zugehörigkeit vermitteln. Die ihm die Möglichkeit geben, zu wachsen und zu werden – selbst zu werden statt Abziehbild der Großen.
Ganz sicher bin ich mir auch, dass jedem Kind die Erfahrung bedingungsloser Liebe dabei hilft, sich so wie Pippi Langstrumpf zu äußern. Zu wissen: Ich darf es versuchen und es ist in Ordnung, wenn es nicht klappt – dies stärkt Kinder (Erwachsene auch) in ihrem Selbstverständnis und Grundvertrauen. So können sie sagen „sicher schaffe ich das“.

Nun sind alle Erziehenden Menschen. Menschen machen Fehler und leben aus der eigenen Erfahrung heraus. Insofern gibt es diese bedingungslose Liebe und das, was Kinder bräuchten, eben nie zu 100 Prozent, denn die allermeisten Menschen haben sie nie erlebt.

Christinnen und Christen glauben daran, dass es diese bedingungslose Liebe bei Gott gibt. Sie glauben, dass sie bei Gott aufgehoben sind – wahrgenommen und geliebt. Und sie glauben, dass die RUACH, Gottes Geistkraft, begeistert, beflügelt und befähigt zu einem ermutigten Leben. Dieser Glaube besteht – zumindest in der Theorie. In der Praxis schaut das schon etwas anders aus. Solange Machtgehabe, Ausgrenzung der Frauen und Entwicklungstau „herr“schen, solange ist vom Glauben an bedingungslose Liebe wenig zu spüren. Wie sollte er auch vermittelt werden können?

Wäre die Welt eine andere, wenn alle Menschen auf der Welt die Erfahrung bedingungsloser Liebe machen würden? Könnte dann jede und jeder mit Pippi Langstrumpf sagen: „Das habe ich noch nie vorher versucht. Also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe!“
Ich weiß es nicht, aber davon träumen – das darf ich!

 

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Kanntest Du das Zitat? Und welche Gedanken löst es bei Dir aus?

Foto: © Erwin Grundler, Überlingen

 

*Das Zitat habe ich in „ma vie“, Mai/Juni 2020 auf Seite 4 entdeckt.

 

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