Dienstag, 9. Juni 2020

11.00 Uhr – Heute

Wieder hatte ich ein Telefonat mit meiner „Wandelbuch-Partnerin“. Es ist schön, voneinander zu hören und miteinander zu sprechen – und das, obwohl wir uns ansonsten nicht kennen. Und ja: Schreiben verbindet und die Gespräche über das Geschriebene ebenfalls. Sich auszutauschen, andere Positionen zu hören, zu merken „die andere steht an einem völlig anderen Punkt im Leben“, das tut gut. Es stößt Gedanken bei mir an, lässt mich über Dinge nachdenken, die mir im Alltag eher weniger begegnen und/oder zeigt: „Ah, das ist jemand in eine ähnliche Richtung unterwegs!“ Das tut mir einfach gut – auch, wenn die Erfahrung beileibe keine neue ist.

14.00 Uhr – Ein Schiff und Wolken

F. schläft. Mama und Papa arbeiten. Was machen wir? Ich frage L. – lasse ihn entscheiden. Vorlesen, malen, basteln, ein Spiel spielen? Basteln soll es sein. Er schneidet aus. Klebt zusammen. Malt mit Wasserfarben und Begeisterung seine Holzstäbchen an.
Wir spielen mit den Farben. Machen Klatschdruckbilder. Er darf einen Faden durch die nassen Wasserfarben in einem zusammengefalteten Blatt Papier ziehen – und die entstandenen Muster anschauen. Er findet, eines sähe aus wie das Gesicht eines Monsters. Ich antworte: „Ich sehe keine Augen“. Er: „Mal Du Augen!“
„Kann ich machen. Welche Farben haben die Augen?“ Grün und Schwarz sollen sie sein.
Bitteschön, gern.

14.25 Uhr – Wasserfarben

Wie alle Kinder in seinem Alter nimmt er viel Wasser für die Wasserfarben, was zu einer hohen Verdünnung führt. „Oh, deine Farbe ist ganz hell!“, sage ich. „Schau mal, meine ist dunkler!“ L. schaut mir zu. Beide malen wir. Ich tunke den Pinsel nicht ins Wasser. Es geht nicht lange, dann macht er es ebenso.
Fröhlich geht er mit der blauen Farbe am Pinsel ins Gelb. Mein Erwachsenenherz schreit auf. Mein Oma Herz lässt mich sagen: „Oh, du mischt Farben?“ Er guckt mich an. „Du hast Blau ins Gelb gebracht; welche Farbe hast du jetzt?“
„Grün“ – kommt es sofort. „Komm lass uns noch ein wenig mischen. Ich nehme mal rot und blau. Was nimmst du?“ Er nimmt gelb und rot. „Oh, orange!“, sagt er. „Stimmt“, antworte ich.
Dann ist es gut.

 

|WERBUNG WEGEN NAMENSNENNUNG, UNBEZAHLT|

Die Idee des „Corona-Tagebuchs“ habe ich von B. Pachl-Eberhart.

 

 

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