Freizeit

Freizeit. Freie Zeit. Zeit, um zu tun, was mir wichtig ist. Nichts, zum Beispiel. Oder lesen. Oder ins Weite schauen. Oder reden. Oder schweigen. Oder …

Klassischerweise ist das Wochenende freie Zeit. Da ich selbstständig bin, ist das Wochenende nun aber ebenfalls oft Arbeitszeit. Viele Seminare, Oasentage, Entspannungs- oder Besinnungswochenenden finden dann statt, wenn die Teilnehmerinnen freihaben – sprich außerhalb ihrer Arbeitswoche. Ich habe inzwischen ganz gut gelernt, mir nach einem durchgearbeiteten Wochenende unter der Woche Freiräume zu schaffen.

Zu anderen Zeiten aber bietet sich mir der Sonntag an, um beispielsweise ein Seminar auszuarbeiten – aus Erfahrung weiß ich, dass es sonntags keine Störungen von außen gibt und ich deshalb „dranbleiben“ kann. Das ist oft nützlich, denn dann bin ich schneller fertig.

Allerdings laufe ich dann Gefahr, Arbeit und Freizeit zu vermischen und mir nicht genug Pausen zu gönnen (vor allem, wenn ich das zu oft so mache). Andererseits macht mir die Arbeit so viel Freude, dass ich sie gar nicht als Arbeit empfinde, sondern das kreativ sein und das Eintauchen in eine Thematik als entspannend wahrnehme. Und dann stelle ich mir die Frage: Wie ist das mit der Freizeit? Kann Freizeit auch Arbeit sein? Oder Arbeit Freizeit?

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Natürlich ist mir bewusst, dass es aus Gründen der Balance zwischen Anspannung und Entspannung Ruhepausen und Phasen der freien Zeit braucht. Deshalb habe ich schon vor einiger Zeit damit begonnen, mir zwischen verschiedenen Arbeitsschritten kleine Pausen zu gönnen. Habe ich Mails und die notwendige Post erledigt, mache ich eine Pause (die Länge hängt von meiner Form ab) und gehe danach an den Haushalt. Auch dann gibt es wieder eine Pause, bevor ich eine Beratung habe und nach der Beratung eine, ehe ich zurück an den PC gehe. Ich spüre, das tut mir gut. Es hilft mir, den Kopf freizubekommen. Mich auf etwas Neues einzustellen. Ganz dabei zu sein. Dinge loszulassen. Diese Pausen geben mir Energie – und – noch besser: Oft erhalten sie mir meine Energie.

Ein ganzer Tag Freizeit ist dennoch etwas anderes. Das hat eine andere Qualität für mich und ich spüre: Solche Tage habe ich nötig. Früher habe ich mich geärgert, wenn ich keine freie Zeit hatte, und zwar zumeist aus Gründen, die nur bedingt in meiner Hand lagen. Dann habe ich begonnen, das zu akzeptieren und für einen Ausgleich zu sorgen, sobald es möglich war.

Später dann habe ich mich über mich selbst geärgert, wenn ich mir freie Zeiten mit Arbeit zugepackt habe. Und heute? Heute habe ich dazu gelernt.

Ich bin mir bewusst, dass Ärger und Klage über zu viel Arbeit unnütz sind.

Ich bin mir bewusst, dass ich für meine Zeit- und Arbeitsplanung verantwortlich bin – zumindest zum allergrößten Teil.

Ich bin mir bewusst, dass ich die Verantwortung dafür trage, wie gut ich für mich selbst sorge.

Das verhindert nicht, dass es auch heute manchmal Zeiten gibt, in denen es trotz guter Planung plötzlich zu viel wird. Das darf so sein. Am besten fahre ich damit, wenn ich das so akzeptiere. Für jetzt. Für heute. Für den nächsten Tag. Und den Nächsten. Und den Nächsten. Dann weiß ich: Das schaffe ich. Und der nächste Sonntag ist Freizeit. Ganz bestimmt.

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Wie geht es Euch damit?
Könnt Ihr Arbeit und Freizeit immer sauber trennen?
Welche Art der Pause tut Euch gut?

Ich bin gespannt ...

Fotos: Erwin Grundler, Überlingen - Aufkirch
(Auf der Insel Mainau)
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