KW 38: Fülle und Ernte
Fülle und Ernte-
und was machen wir mit denen
die weder Fülle haben
noch ernten können?
Wie
unterstützen wir sie?
Hören wir ihnen zu?
Was wissen wir von ihnen?
Wer
steht an ihrer Seite?
Fülle und Ernte
gilt allen Menschen
nicht nur denen
die jedes Jahr
reicher werden und sich einen Dreck
darum scheren
was mit den anderen ist.
Fülle und Ernte:
nicht nur Geschenk
sondern eine Aufgabe!
Einen guten Start in die neue Woche wünsche ich dir!
Foto: © Erwin Grundler


Der Keim ist der Tod des Samenkorns. Es erlebt die Ernte seiner Früchte nicht. Und auch, wenn es das nicht mehr sehen kann hat es gegeben – alles, was es konnte.
Der Mensch inmitten seiner jeweiligen Umgebung ist immer ein Gebender und Nehmender gleichzeitig.
Ein Gefängnis, real oder symbolisch als einengende Begrenzung erlebt, kann durchaus zur Kathedrale werden, zum Ort für Lobpreis für das Leben das man (noch) hat . Wie sonst hätte Dietrich Bonhoeffer diese Tiefe in seine Texte bringen können . Er hat inmitten von Verfolgung in der Dunkelheit seiner Zelle Hoffnung gesät für die Mitgefangenen und war sich der Fülle seiner Früchte nicht bewusst. Zugehört haben die Seinesgleichen in den Zellen nebenan.
Erst viel später war die Ernte sichtbar und die dahinter verborgene innere Fülle.
Unzählbare menschliche Geschichten, Schicksale aus denen etwas keimt. Man weiß nur von denen die ins Licht der Öffentlichkeit gekommen sind und nichts von deren Vermächtnis.
Vielleicht und hoffentlich genügt es, das eigene Handeln und Denken so auszurichten, dass es auch das Kleinste wertschätzt, den Nächsten um mich herum sieht und da unterstützt, begleitet im besten Sinne.
Der Reiche ist nicht immer der, der die Schuld am Unglück eines anderen trägt. Unglück kommt oft unerwartet und unverschuldet. Es zwingt zu Neuorientierung und Neuausrichtung. So kann man es bei Bonhoeffer sehen, der ja nur stellvertretend für unzählige Schicksale stand. Und trotz der Hinrichtung, als ob es sie brauchte blieb dieser Schatz seiner Worte.
Weder Fülle noch Ernte im Leben entspräche einer Mondlandschaft in der menschlichen
Seele, einer echten Katastrophe.
Säen um des Lebens willen und hoffen dass es weiterwirkt, den inneren Boden bereiten für eigene Verantwortung und dankbar sein.
All die Katastrophen innen wie außen bleiben nicht für immer solche. Auch sie sterben wie das Weizenkorn, das seine Frucht nicht sehen konnte.