Sonntag, 29. März 2020

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Die Idee des „Corona-Tagebuchs“ stammt von hier corona-blog.at

 

10.29 Uhr

Die gemeldete Kälte ist da. Der Wind schweigt. Die Sonne auch. Beim Frühstück fällt mein Blick auf die „Achtsamkeitskarte“, die neben meinem Platz steht. < Die Zügel selbst in die Hand nehmen> lese ich. „Gar nicht so einfach in diesen Zeiten“, denke ich.
Ja, das stimmt. Es gibt Einschränkungen von außen. Dabei kann ich die Zügel nicht in die Hand nehmen. Aber: Ich kann gestalten. Wie mein Tag verläuft. Wie ich mit den Einschränkungen umgehe. Wie ich darüber rede. Wie ich Kontakte halte. Welchen Gedanken ich Raum gebe. All das liegt an mir. Ob ich sie fest oder locker halte?

12.00 Uhr

„Der Mensch an sich ist lernfähig“. Das belegt unter anderem die Gehirnforschung. Zwei Voraussetzungen gibt es:

  1. Der eigene Wille,
  2. Eine Motivation.

Schaue ich mit diesem Wissen zurück, fällt mir auf, was ich alles gelernt habe – andere auch. Ich glaube, dass das für mehr Menschen gilt, als ich denke. Das stimmt mich hoffnungsfroh. Denn wir überlegen, ob sich nach der Krise Dinge verändern. Das kann nur jede und jeder für sich entscheiden. Es könnte etwas werden. Eines aber, das ist zukünftig nicht mehr möglich. Die Ausrede, ich kann nichts mehr lernen bzw. mich nicht mehr verändern. So ein Glück.

19.40 Uhr

Heute Nachmittag habe ich den Enkelbuben vorgelesen. Per Videotelefonie. Ich hatte Freude, denn ich liebe es, wenn Kinder aufmerksam zuhören, mitgehen und mit über das Buch sprechen. All das hatte ich mit dem knapp vierjährigen L.
Schöner, na klar, wäre es gewesen, ich hätte ihn auf dem Schoß gehabt oder neben mir. Geht nicht. Gefallen hat mir, wie ich an seinem Gesicht Gefühle ablesen und das Erinnern erkennen konnte.
Beglückt hat mich, dass er sich an zwei Bücher erinnert hat, die wir seit einiger Zeit nicht mehr gelesen haben. Sie haben ihn beeindruckt. Er traf die Entscheidung, was wir lesen.

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