Themengeschichte 30: Genießend
Es gibt den Satz „Wer nicht genießen kann, wird auf Dauer ungenießbar!“
Er enthält viel Richtiges, davon bin ich überzeugt. Dennoch lohnt es sich zu fragen: Woher kommt es, dass jemand nicht genießen kann? Das kann mehrere Ursachen haben – Depressionen sind auf jeden Fall eine oder andere schwere Krankheiten. Ein anderes Mal ist es Gewohnheit – genießen wurde schon in der Erziehung nicht erlaubt.
Wie häufig wurde Genuss als Lust gebrandmarkt. In eine Ecke gestellt und mit dem Etikett „nicht zu empfehlen versehen!“ Dabei spielte es keine Rolle, um welche Art von Genuss oder genießen es ging – es war nicht „Gottesgefällig!“
Manchmal begegnen mir Menschen, die sich mühsam von dieser Haltung lossagen konnten und heute das Leben dankbar genießen. Ich mag es zu sehen, wie sehr sie sich an dem Punkt weiterentwickelt haben.
Es begegnen mir allerdings auch Menschen, die es nicht geschafft haben, sich aus dem „Genuss-Verbot“ herauszuarbeiten. Der alte Begriff „sauertöpfisch“ trifft auf manche davon zu. Und: Ich sage das in aller Vorsicht und nur über Menschen, die ich kenne und von denen ich einiges weiß. Einige davon finden sich selbst sauertöpfisch und kämen gern aus dieser Ecke, haben es bislang – warum auch immer – aber noch nicht geschafft.
Darum eine Empfehlung: Genieße. Am besten jeden Tag etwas – das tut der Seele und so auch dir gut.
Schreibe darüber, was du genießt! Das kann eine Liste sein oder ein Text oder ein Gedicht – viel Freude dabei.
Foto: © Erwin Grundler


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