Unterwegs Gedanken
Am Freitag bin ich vormittags in die Stadt gelaufen. Ich schaute mich um, lauschte, war unterwegs mit allen Sinnen. Und ganz automatisch verbindet sich das, was ich sehe und höre, mit Gedanken. Deshalb habe ich mein Handy aus der Tasche geholt und meine Gedanken „eingesprochen“, damit ich den Text später, zu Hause, schreiben kann. Hier kommt er:
Der Zeppelin schwebt über Bergspitzen, die ich mehr ahne als sehe. Tautropfen lassen das Gras in der Sonne glitzern. Der Duft von Trauben umhüllt mich.
Ich gehe. Unterm Sommerhimmelblau. Ja, der Himmel ist noch einmal Sommerblau- pastellig verwaschen. Sonnenlicht. Der Sommer gibt noch einmal alles. Morgens schon T-Shirt Wetter.
Zwei Vögel zwitschern. Rotbraune Blätter am Wegrand. Sie bewegen sich im Wind. Hahnenfuß blüht auf der Pferdeweide. Kastanien und Nüsse liegen auf dem Boden, Eicheln und Eichelhütchen auch.
Meine Schritte hallen auf der Straße wider. Ich bin allein unterwegs- zwischen Schatten und Sonnenfeldern lausche ich dem Tag.
Es ist merkwürdig: Während die Welt kopfsteht und ich das Gefühl habe, das Dunkel breitet sich aus, wird jeden Tag mehr- stehe ich in meinem Tag und sehe, was ist. Was mir Freude macht. Was schön und gut ist. Hier und heute: Das ganz normale Leben. Ein Stück meines Alltags wie ich ihn kenne- seit langem.
Gleichzeitigkeit. Das eine hebt das andere nicht auf- und das gilt in beide Richtungen. Es ist wichtig, mir das bewusst zu machen- immer wieder neu!
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich dir!
Foto: © Erwin Grundler


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