Zu viel aufgeladen

Es passiert mir immer wieder einmal, dass ich mir zu viel auflade. Und manchmal passiert es ohne mein direktes dazu tun. So eine Situation ist mir letzte Woche begegnet:
„Eigentlich“ (ein Wort das ich sehr selten benutze) kann ich mich und meine Arbeit gut strukturieren und organisieren, rechtzeitig und langfristig planen und ich habe meistens ein gutes Gespür dafür, was geht und was nicht. Ich gebe gern zu, dass meine Planung für den Herbst sportlich war, aber – da war ich mir sicher – schaffbar. Und dann wurde ein Projekt vom Frühsommer verschoben auf November/Dezember, ein neues, so von mir noch nie durchgeführtes Projekt. Mir war also klar, dass ich die Herbstferien nutzen werde/will, um sechs Seminar-Abende, einen Seminartag, einen halben Seminartag, das Online – Schreiben im Advent und den Newsletter für November vorzubereiten, damit später, während der aktuellen Arbeit, genügend Zeit für das Projekt bleibt. Ein bisschen ausschlafen, einen Ausflug machen und einige freie Stunden sollten aber auch sein – schließlich waren ja Ferien.

Bereits nach zwei Tagen habe ich noch einen riesigen Berg vor mir gesehen. „Ob ich den wohl erklimmen kann?“, fragte ich mich berechtigterweise. Weitere zwei Tage später hat mein Nacken „dicht gemacht“. Jede Bewegung war schmerzhaft und mühsam. Was habe ich gemacht? Gewärmt, gesalbt, öfters Pausen eingelegt und mir eingestanden, dass ich mir zu viel aufgeladen habe. Ich habe beschlossen: „Ich mache, was ich kann. Was in den Ferien nicht geht, klappt nachher“. Denn ich habe das Vertrauen, dass die Dinge gelingen. Irgendwie ging es bislang ja immer. Noch nie wurde etwas abgesagt, weil ich mit der Vorbereitung nicht fertig gewesen wäre – und die Dinge waren auch immer intensiv und stimmig ausgearbeitet. Kaum hatte ich mir die Erlaubnis gegeben, nicht fertig werden zu müssen, ließ der Nacken los. Die Schmerzen waren vorbei – und trotz vieler Pausen und Arbeitsfreier Zeiten ist alles Geplante in dieser einen Woche fertig geworden.

Mir hat das Loslassen ins Vertrauen geholfen. Das hat in mir Kraft freigesetzt.

Es ist gut, dass ich das so drastisch gespürt habe, denn das erinnert mich daran, zukünftig ebenfalls genau hin zu schauen und hin zu spüren.

 

 

 

Woran merkst Du, dass Du Dir zu viel aufgeladen hast?

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