„Zwischen heute und morgen, hier und dort“ – 5: HIER

Mein HIER ist wie ein Haus, das seit Jahrhunderten einen Platz hat.

Ich gehe durch das Haus. Überwinde Treppen und durchschreite Flure. Treffe auf offene und verschlossene Türen. Dahinter liegen Räume. Manche betrete ich und finde Chancen, Möglichkeiten, Herausforderungen. In manchen Räumen finde ich, was ich kenne – schon seit ich mich erinnern kann. Nicht alles löst Wohlgefallen in mir aus.

Vor manchen Türen bleibe ich stehen. Es fehlt mir der Mut, sie zu öffnen und zu sehen was mich erwartet.

Wieder gehe ich einen langen Flur entlang. Bleibe am Ende stehen, drehe mich um, schaue zurück. Ich sehe Türen, die ich geöffnet habe und hinter denen ich fand, was ich suchte. Andere Türen habe ich hinter mir geschlossen. Mühsam. Mit Schmerzen, mit Widerstand und mit Mut.

Ich lausche. Höre das Raunen meiner Erfahrungen. Sehe das Leuchten meiner Erinnerungen. Spüre die Wege, die ich zurückgelegt habe, tief in mir.

Mein HIER ist wie ein Haus – tief gegründet – mit Platz für das Leben.

 

 

 

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Foto: © Erwin Grundler

 

 

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