Zwischen heute und morgen – hier und dort – 7: Zwischenräume

„Zwischenräume sind ein Angebot, die Leerstellen zu fühlen, ohne sie zu füllen!“

Ich habe mich für den zweiten Satz entschieden. Für mich sind Leerstellen mehr als Räume, die ich füllen kann. Mehr noch: Sie dürfen Leerstellen bleiben. Diese Leerstellen sind eine Erinnerung an notwendige Pausen zwischen zwei Arbeiten. Sie erinnern mich daran, dass es im Leben mehr als alles gibt. Dass es Dinge gibt, die ich nicht erfassen und verstehen kann. Sie sind eine Lücke, die mir unterschiedliche Optionen bietet. Eine Lücke, die mich innehalten lässt. In der ich mich entscheiden kann. Entscheiden, welchen Weg ich gehe. Und auch, ob ich von etwas scheide oder etwas bekräftige.

Hast du schon einmal bewusst eine Bahnhofs Uhr angeschaut? Bevor der Sekundenzeiger die 12 erreicht, gibt es eine Lücke, eine Unterbrechung im regelmäßigen Weiter. Eine kurze, kleine Leerstelle. Ich bin froh, dass es sie gibt.

 

 

 

Schreibe über eine Leerstelle, die du nicht füllst.

Foto: © Erwin Grundler

 

 

 

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